VON BEHÖRDE GEPRÜFT

Denkmalamt könnte Lachforst in Braunau noch retten

Neue Hoffnung für den Lachforst! In dem rund 72 Hektar großen Wald, der einem Industriegebiet weichen soll, befinden sich Hügelgräber aus der Hallstattzeit, militärhistorische Anlagen sowie ein Zwangsarbeiterlager. Das Bundesdenkmal prüft nun ihre Schutzwürdigkeit und damit auch Rodungsverbote.

Die Rodungspläne für den Lachforst sorgen schon seit Anfang 2020 für viel Diskussionsstoff
(Bild: Scharinger Daniel)

Die Pläne für die Erweiterung des Industrieparks Braunau-Neukirchen sorgen schon seit vielen Monaten für erhitzte Gemüter. Wie berichtet, sollen 72 Hektar Wald gerodet werden. Die Bürgerinitiative „Gesunde Zukunft“ sowie Neos und Grüne laufen dagegen Sturm. Nun schöpfen sie neue Hoffnung, weil im Lachforst auch ein Teil der Braunauer Geschichte zu finden ist und das Denkmalamt nun den Erhalt prüft.  Archäologen haben bereits vor hundert Jahren im Waldgebiet Hügelgräber aus der Hallstattzeit entdeckt. Die dazugehörige Siedlung wurde bisher nicht lokalisiert, es ist aber anzunehmen, dass diese im Nahbereich des Gräberfeldes liegt.

Militärhistorische Anlagen
Weiters befindet sich neben militärhistorischen Anlagen, die von 1870 bis zum zweiten Weltkrieg genutzt wurden, auch ein Fremd- und Zwangsarbeiterlager, das für die Errichtung der Amag bezogen wurde. „Wir Grünen sehen es als ersten positiven Schritt, dass das Bundesdenkmalamt einer Überprüfung der Schutzwürdigkeit der Bodendenkmale konkret nachgeht, denn gerade Braunau muss seiner historischen Verantwortung gerecht werden und nicht einfach Denkmale aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges vernichten“, meint der Innviertler Nationalrat David Stögmüller.

„Vernichtet Grünraum“
Abgesehen von den historischen Komponenten sind für ihn die Umwidmungspläne für den Lachforst ein negatives Beispiel für verfehlte Flächenwidmungen. „Es vernichtet ein Naherholungsgebiet, Grünraum und blockiert die Stadtentwicklung für die nächsten Generationen.“

Kronenzeitung am 01.09.21 Mario Zeko

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